19.09.2022, Ferdinand Fromm vlg. Krenn - 100 Jahre; LH Drexler als Gratulant



Ein seltenes Fest
wurde
am 19. September 2022
in Mooskirchen gefeiert.

Genau genommen
im Ortsteil Kniezenberg,
wo der Jubilar

Ferdinand Fromm

die

Vollendung

seines 100. Lebensjahres

beging.

Als

„waschechten Mooskirchner“

bezeichnete den „Krenn Ferdl“, wie er gerne genannt wird, Bürgermeister Engelbert Huber bei seiner Gratulation.

sein Werdegang
Am 19. September 1922 wurde Ferdinand Fromm als Sohn von Rosina und Johann Fromm in Kniezenberg geboren, einige Tage später in der Pfarrkirche Mooskirchen auf die Namen Ferdinand Franz getauft. Seine Schulausbildung genoss er an der Volksschule Mooskirchen und trat hier auch am 4. Feber 1956 mit Elisabeth Jocham vor den Traualtar.
Tochter Elisabeth,
die Söhne Ferdinand und Franz
wurden bis 1963 ihr ganzes Glück. Ihnen ermöglichten sie im guten Elternhaus beste Schul- und berufliche Ausbildungen
Als junger Mann zu den Fahnen verpflichtet, waren für ihn eigentlich Einsätze in Afrika vorgesehen. Eine Blinddarm-Operation verhinderte das. Wohl ein gutes Omen. Konnte er diese schreckliche Zeit in Europa verbringen und kam dabei bis nach Dänemark.
Kein Wunder, wenn er bei einer der vielen Begegnungen davon sprach, dass er Fahrten ins Ausland nie unternahm. Vieles konnte oder musste er in den Kriegsjahren kennenlernen.

seine Land- und Forstwirtschaft - der besondere Eberhalter
Mit Gattin Elisabeth, die ihm immer treu zur Seite stand, mühte er sich die elterliche Land- und Forstwirtschaft so gut als möglich umzugestalten. Viel und harte Arbeit, damals wirklich nahezu ausschließlich manuell, war es, die ihm mit Hilfe anderer ermöglichten, alles im und rund um den Hof nach und nach zeitgemäß herzustellen.
Sehr interessiert zeigte er sich, vom Krieg heil zurückgekehrt, im Umgang mit elektrischer Energie. Alles, was mit der Errichtung des E-Werkes an der Kainach bei Familie Tengg geschah, verfolgte er mit großer Aufmerksamkeit. Das ermutigte ihn, auch selbst das eine und andere zu probieren und danach so auszuführen, wie er es für gut und richtig hielt.
Auch
der Umgang mit Radios oder Fahrrädern
war für ihn von besonderem Interesse. Da lernte er vieles, wie er meinte, in den Kriegsjahren im Innendienst, schaute gut hin, informierte sich so, dass viele im Dorf und darüber hinaus, sein Wissen gerne in Anspruch nahmen.
Von jungen Jahren an war er

„Bauer mit Leib und Seele“.

Der Umgang mir Rindern und vor allem Schweinen bedeutete ihm sehr viel. Einmal was deren Zucht betraf und dann, wie man vor allem Ochsen als Arbeitstiere einsetzen konnte. An anderes war bis hinein in die späten 1960er Jahre ja nicht zu denken.
Unvergessen bleibt, dass er

mehr als vier Jahrzehnte der besondere Eberhalter

gewesen ist. Er wusste mit diesen Vatertieren umzugehen wie kein anderer. Er führ, im Auftrag der vormaligen Gemeinde Fluttendorf und dann der Marktgemeinde Mooskirchen, selbst zu den Versteigerungen nach Feldbach. Begutachtete dort sehr genau und „schlug dann zu“. Nahezu immer wurden es erfolgreiche Ankäufe. Und dann, wenn die Wahl einmal nicht so ausfiel, wie er das für gut befand, wurde getauscht oder der Kauf rückgängig gemacht. Der gute Ruf als Eberhalter, eine notwendige Qualität bei den Sprüngen war für ihn, allen Tierhaltern gegenüber, das Maß der Dinge. Bald war er weit über Mooskirchen hinaus als perfekter Eberhalter bekannt. Bauern aus den Nachbargemeinden zogen die bei ihm gehaltenen Vatertiere allen in der eigenen Gemeinde vor. Andere wiederum konnten sich mit der künstlichen Besamung nicht anfreunden und vertrauten weiterhin dem Natursprung.
Viele Um- und Neubauten im landwirtschaftlichen Bereich, die schon mit wertvoller Hilfe der Söhne Ferdinand und Franz, sowie Familienmitgliedern gemacht wurden, führten auch zu moderner, zeitgemäßer Unterbringung für alle Vatertiere.
Ferdinand Fromm wusste ganz genau, wie er mit den Ebern – aufgrund vieler Veränderungen wurde neben dem weißen Edelschwein auch einer der Rasse Pietrain gehalten – umzugehen hatte, was und wie er sie ernährte und so mehr als 200 Sprünge pro Tier und Jahr keine Seltenheit waren. Alles geschah im besten Einvernehmen mit den Tierärzten. Hier wandte er sich vertrauensvoll an die Herren Dr. Thiess, Dr. Weber und andere. In die Jahre gekommen und auch in Anbetracht der zunehmend angewandten künstlichen Besamung beendete Ferdinand Fromm nach etwas mehr als 40 Jahren – mit besonderem Dank ausgestattet – seine bis dahin unverzichtbare Tätigkeit für die Gemeinde.

Solange es gesundheitlich möglich war, beschäftigte sich der Jubilar mit allem rund um die Landwirtschaft. Da war ihm keine Tätigkeit zu schwer. Sein Wissen, diese jahrelange Erfahrung ist noch immer sehr geschätzt und wird gerne nachgefragt.
Ein gutes Miteinander mit den Nachbarn, die ihn alle überaus schätzen, war und ist ihm sehr wichtig.

die Glückwünsche
Bürgermeister Engelbert Huber,
der ihn mehr als 4 Jahrzehnte in vielen Situationen begleiten darf, bezeichnete diesen hohen Geburtstag und den Jubilar selbst als

wahren Glücksfall

für die Familie und ganz Mooskirchen.
An allem interessiert, noch immer geistig rege war es dem Jubilar auch am Abend des Zusammentreffens möglich, viele Erinnerungen aus seinem langen Leben weiterzugeben. Da konnte er, wie aus der Pistole geschossen, vieles aus seiner Jugendzeit, dem damaligen Leben im Dorf erzählen.
Es war ihm mit Gattin Elisabeth gegönnt, das Goldene Ehejubiläum zu feiern. Auch die Wiederkehr des Hochzeitstages nach 65 Jahren (die "Diamantene Hochzeit") wurde im Feber 2021 in Gemeinschaft begangen. Im Jänner 2022 ging ihm seine Gattin in die andere Welt voraus.
Anerkennung müssen wir, so der Bürgermeister abschließend, Schwiegertochter Brigitte und Sohn Ferdinand zollen, die sich sehr um Vater und Schwiegervater bemühen und gemeinsam mit den Familien von Schwester Lisi bzw. Bruder Franz alles für einen angenehmen Lebensabend des Jubilars unternehmen.

Kameradschaftsbund Mooskirchen
Bei der gemeinsamen Feier im Stammgasthaus des Jubilars, dem „Treitlerwirt“, war auch eine Abordnung des Kameradschaftsbundes und des Bauernbundes Mooskirchen anwesend.
ÖKB-Obmann Walter Hojas
übermittelte seine Wünsche dem ältesten noch lebenden Weltkriegsteilnehmer im Verein. Einem, der ununterbrochen mehr als 70 Jahre zugehört und mit allen Ehrungen ausgestattet ist, der nahezu keine Ausrückung versäumte und immer zur Stelle war, wenn der Ruf an ihn erging.

Seniorenbund Mooskirchen
Obmann Erwin Wutte dankte dem Jubilar für seine vieljährige aktive Mitgliedschaft im Verein. Sehr erfreut zeigten sich die Mitglieder, meinte der Obmann, solange es ihm und seiner Gattin Elisabeth auch möglich war, anden Auisfahrten teilzunehmen. Da war immer ein humorvoller, gut gelaunter "Passagier" an Bord, der nicht nur gut zu unterhalten wusste, sondern auch vieles zu berichten hatte. Der Seniorenbund gratuliert herzlich und ist sehr stolz, in Ferdinand Fromm sein ältestes Mitglied zu haben.

Bauernbund Mooskirchen
Als großes Vorbild für alle Bäuerinnen und Bauern bezeichnete
BB-Obmann Franz Zöhrer
den Jubilar. Eines, der durch seiner Hände Arbeit alles um Haus und Hof beim vulgo Krenn so geschaffen hat, wie es Sohn Ferdinand und Schwiegertochter Brigitte übergeben bekamen und gemeinsam mit ihm weiterführen.
Da ist wohl auch die Sanierung des Wohnhauses zu Beginn dieses Jahrtausends zu nennen, dass nach nachahmenswerter Ausführung aller Arbeiten die geliebte Wohnumgebung bietet. Beispielgebend auch seine Treue zur Standesvertretung der Bauern in der Steiermark.


Landeshauptmann Mag. Christopher Drexler als Gratulant

Freude und Überraschung herrschten um den Jubilar, als zu später Stunde auch

Landeshauptmann Mag. Christopher Drexler

dem Jubilar seine Aufwartung machte.
Ein Besuch in Mooskirchen bei einer anderen Veranstaltung machte diesen Kurzbesuch möglich.

Einige Besonderheiten aus seinem langen, sehr bewegten und inhaltsreichen Leben tauschte Ferdinand Fromm mit dem Landeshauptmann aus. Begeistert erzählte er aus seiner Jugend, vom Kennenlernen seiner späteren Gattin und der harten, vor allem Hand-Arbeit in der Landwirtschaft.
Dankbar nahm der Jubilar die Glückwünsche und den Zuspruch des neuen Landeshauptmannes entgegen. Er, Drexler, wiederum zeigte sich beeindruckt von der geistigen Frische des ältesten Bewohners der Marktgemeinde Mooskirchen.



Wir wünschen unserem hochbetagten Mitbewohner noch viele Jahre in unserer Gemeinschaft bei guter Gesundheit und persönlichem Wohlergehen.

Respekt diesem wertvollen, bescheidenen Menschen – alles Gute!


Medienberichte


WOCHE Bezirk Voitsberg:  https://www.meinbezirk.at/voitsberg/c-leute/100-jahre-im-treitlerwirt-gefeiert_a5599681